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Lionel Messi ist Weltfußballer – berechtigt?

Posted on | Januar 13, 2011 | 2 Comments

zum zweiten Mal hintereinander gewann Messi den Balon d'Or - berechtigt?

zum zweiten Mal hintereinander gewann Messi den Balon d'Or - berechtigt?

Lionel Andrés Messi – 24 Jahre jung, einen Meter und 69 Zentimeter groß, mehrfacher spanischer Meister, Olympiasieger, zweifacher Championsleague-Gewinner mit dem FC Barcelona: Klar, der junge Argentinier hat im Jahr 2010 den europäischen Fußball geprägt wie kaum ein anderer Spieler. Wirklich? Welche Voraussetzungen sollte ein Fußballer denn erfüllen, damit er die ehrwürdige FIFA-Auszeichnung erhält und in eine Riege mit Legenden wie Marco van Basten, Lothar Matthäus, Zinedine Zidane oder Ronaldo aufsteigen darf?

Eines ist klar – er muss Titel vorlegen können: Die hat der kleine Messi reichlich – gesammelt mit dem FC Barcelona, der wohl aktuell besten Fußballmannschaft auf dem Planeten. Und er muss auf seiner Position herausragend sein: Messi spielt die sogenannte “hängende Spitze”, also das Verbindungsglied zwischen Mittelfeld und Angriff und hat auf dem Spielfeld alle möglichen Freiheiten. Heißt im Klartext: Defensivaufgaben sind nicht das Metier eines Messi. In der Maschine “Barcelona” ist Messi das Feinwerkzeug, das Tüpfelchen auf dem i – und oft auch der Vollstrecker sagenhafter Angriffszüge. Nicht ohne Grund wurde “Leo” in den letzten beiden Championsleague-Serien UEFA-Torschützenkönig.

Doch von alleine schießt auch ein Lionel Messi keine Tore am Fließband. Das hat die FIFA-WM 2010 eindrucksvoll bewiesen. Kein einziges Tor für das Wunderkind und noch viel schlimmer – das Aus im Viertelfinale gegen das deutsche Team war mehr als eine Niederlage. Es war ein Offenbarungseid – auch für die Fans eines Lionel Messi.

Ich behaupte, man braucht keinen Spieler wie Lionel Messi, um Titel zu gewinnen. Einzelnen Spielen kann der Argentinier seinen Stempel aufdrücken. Alleine die vier Tore beim letztjährigen Championsleague-Duell gegen Arsenal oder die WM-Jahrhundert-Tor-Kopie gegen Getafe lassen selbst gegnerische Fans im Stadion jubeln. Aber Messi setzt sich nicht selbst in Szene. Und hat er niemanden, der ihn in Szene setzt, taucht Messi gerne mal unter. Die WM ist der Beweis.

Schauen wir uns die beiden anderen Nominierten für den “Balon d’Or” an: Mit Xavi und Andrés Iniesta treffen wir hier auf zwei weitere Spieler aus der Barcelona-Riege, die den Titel auch – und vielleicht auch eher – verdient hätten. Warum? Natürlich, der WM-Titel. Andrès Iniesta als Torschütze zum 1:0 im Finale gegen Holland, Xavi als genialer Stratege auf dem Rasen, der seine Mannschaft zum Titel führte. Beide Spieler sind Welt- UND Europameister. Die Fans der deutschen Nationalmannschaft wissen das nur zu genau. Wenn man das Fußballjahr 2010 Revue passieren lässt, ist es nicht Lionel Messi, an den man zuerst denkt. Es ist die spanische Nationalmannschaft, wie sie den WM-Triumph feiert.

Dennoch muss man zugeben, wirft man einen genaueren Blick auf das Abstimmungsergebnis zum Balon d’Or, wird deutlich: Vor allem die Trainer und Kapitäne, also die Leute, mit denen Messi gemeinsam auf dem Platz steht, haben ihn zum Weltfußballergewählt. Bei den Stimmen, die von den Journalisten stammen, belegt Messi nur Platz 3. Knapp vor Diego Forlan und Xavi, dafür hinter Andrés Iniesta. Auf Platz 1 der Journalisten ist ein ganz Anderer: Wesley Sneijder, der mit Inter Mailand eine perfekte Saison spielte, 4 Titel gewann und Vize-Weltmeister wurde.

Was meint ihr zu der Wahl? Hat Messi es dieses Jahr wieder verdient? Ich kann mich noch nicht entscheiden. Tendenziell würde ich aber sagen: Nein, Iniesta, Xaxi, Sneijder – aber auch ein Schweinsteiger haben mich 2010 mehr begeistert.

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Comments

2 Responses to “Lionel Messi ist Weltfußballer – berechtigt?”

  1. Alex
    Januar 13th, 2011 @ 13:05

    Messi ist der beste technische Fussballer im Jahr 2010. Trotzdem hätte ich (auch mit den oben genannten Argumenten) eher Xavi oder Iniesta gewählt. Dass aber alleine drei Spieler von Barcelona die Abstimmung dominieren ist ein kräftiges Ausrufezeichen an alle Vereine.

    Und wäre das deutsche Team ins Finale gekommen, hätte auch Bastian Schweinsteiger eine Option sein können.

  2. Mathias
    Januar 13th, 2011 @ 13:35

    Vor den Hintergründen, dass er davor das Jahr schon Weltfussballer wurde und bei der WM nicht überzeugte hätte ein Messi dies nicht verdient. Lothar Matthäus war ja schließlich auch Weltmeister seiner Zeit

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