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Fußball bedeutet mehr als nur 22 Spieler die einem Ball nachlaufen

Verdrehte Unternehmenswelten

Posted on | Februar 15, 2011 | 1 Comment

Schon jetzt sticht die Bundesligasaison gegenüber den vorherigen Spielzeiten hervor. Mannschaften wie Bremen, Stuttgart und Schalke haben beispielsweise im letzten Jahrzehnt pausenlos einen Platz im europäischen Wettbewerb belegt. Zwar hat sich die Lage so langsam „normalisiert“, dennoch findet man nach 22. Spieltagen Vereine wie Hannover, Mainz und Freiburg auf den oberen Tabellenplätzen  wieder – Können Sie sich diese Teams im europäischen Wettbewerb vorstellen?

UEFA-5-Jahreswertung

Pessimisten werden wohl behaupten, dass der hart umkämpfte Platz 4 in der UEFA-5-Jahreswertung nach kurzer Zeit wieder an die Italiener abgegeben werden kann, wenn „kleinere“ Vereine Deutschland in Europa vertreten. Dieser Behauptung  kann ich mich nur teilweise anschließen. Das altmodische Bild der „grauen Mäuse“, die hinten Beton anrühren und jeglichen Spielfluss der spielstärkeren Mannschaften zerstören, gehört wohl in die Vergangenheit.

Die Bundesliga ist besser, attraktiver und spannender geworden – Jeder kann jeden schlagen. Matchpläne, die individuell auf den Gegner zugeschnitten sind, waren zu Saisonbeginn in aller Munde. Nehmen wir einmal den 1.FC Nürnberg, der im DFB-Pokal bis ins Viertelfinale gekommen ist und unglücklich durch das Tor eines 17-Jährigen angehenden Abiturienten aus Gelsenkirchen ausgeschieden ist. Beim letzten Heimspielsieg über Leverkusen wurde der Gegner mit aggressiver Defensivstrategie bekämpft. Bayer 04 konnte dadurch seine exzellente Spielstärke nicht nutzen, da Nürnberg ihnen kein Platz zum Kombinieren ließ. Eine Woche später wurde Stuttgart auswärts attraktiv und erfrischend abgeschossen. Das Ergebnis von 4:1 hätte gut und gerne höher, zu Gunsten der Franken, ausfallen können. Die Spielweise des Gegners wird akribisch analysiert und in wechselnden Taktiken umgesetzt. Zudem ist die mannschaftliche Geschlossenheit ein weiterer Grund für deren Erfolg.

Einkaufspolitik der Großen auf dem Prüfstand

Wolfsburg und Schalke glänzten mit der Anzahl an neuen Spielern, die für teures Geld den Weg in die Bundesliga fanden. Ohne Frage finden sich dort hervorragende Einzelspieler wieder. Aber viele Manager vergessen oft, dass der Teamgeist nicht in den Transfersummen inklusive ist. Ein Fußballer muss heutzutage mehr können also nur gegen den Ball zu treten. Der Nationalverteidiger Mertesacker bemängelt jüngst in einem Interview die hohe Anzahl an „charakterlosen Profis“ in der Bundesliga, „die nur ans Geld denken“. Ein Beispiel – Der ghanaische Nationalspieler Anthony Annan wechselte im Winter von Rosenborg Trondheim nach Gelsenkirchen. Doch anstatt sich auf seine neue Aufgabe zu freuen, bemängelte Annan sein zu geringes Gehalt und bejammerte, dass sein Wechsel nach Spanien nicht geklappt hat. Mit so einer Aussage verspielt man sich früh jegliche Sympathien der Fans, die einen Spieler durch ihren Support pushen könnten.

Fehlende Identifikation zu Söldnern

Der treue Fan geht Woche für Woche ins Stadion, nimmt weite Auswärtsfahrten in Kauf, brüllt sich die Kehle aus dem Leib – Alles für seinen Verein. Doch Mannschaften wie Wolfsburg und Schalke verscherzen es sich momentan zu sehr mit den Fans, die in guten und schlechten Zeiten in der Kurve stehen. Die Fans sind ein Faktor, der zu sehr außer Acht gelassen wird. Und ein Fan kann sich nicht mit Spielern über Tore freuen, die eher an die Siegprämie als an das Wohl der Fans denken. Nach und nach werden so die Fans aus bleiben und fehlende Einnahmen durch ein leeres Stadion können nicht ewig von Sponsorengeldern abgedeckt werden. Erfolg und Harmonie im Verein sind im Duo keine stur kalkulierbare Geldanlage.

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Comments

One Response to “Verdrehte Unternehmenswelten”

  1. Alex
    Februar 20th, 2011 @ 08:46

    5 Euro ins Phrasenschwein, aber das bewahrheitet sich immer wieder: “Aber viele Manager vergessen oft, dass der Teamgeist nicht in der Transfersummen inklusive ist.”

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