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Fußball bedeutet mehr als nur 22 Spieler die einem Ball nachlaufen

5 Gründe, warum Hertha BSC absteigt

Posted on | April 1, 2012 | Kommentare deaktiviert

Die alte Dame hat es nicht leicht. Tabellenplatz 17, ratlose Spieler und verzweifelte Fans. Viel schlimmer ist aber: Eine Besserung der Situation ist nicht abzusehen. Zwar hat sich die Mannschaft beim Sieg gegen Mainz und der Niederlage gegen Wolfsburg phasenweise als Bundesliga tauglich präsentiert, fünf Gründe sprechen dennoch für den Abstieg von Hertha BSC Berlin.

1. Die Chancenverwertung vor dem Tor

Das Bundesligaspiel gegen den VfL Wolfsburg hätte auch 6:1 für den Hauptstadtclub ausgehen können. Rafael (7 Min.), Ben-Hatira (53 Min.), Hubnik (60 Min.) Lasogga (64 Min.) und Ramos (68 Min und 73 Min.) vergaben sechs Großchancen für Hertha BSC. Und das Phrasenschwein kann bezeugen, dass es sich rächt, wenn man die Tore nicht macht. Nach dem 1:3 in der 77 Minute brach das Team von Otto Rehhagel schließlich zusammen. Die Chancenverwertung wird sich bis zum Saisonende wohl nicht dramatisch verbessern.

2. Das Restprogramm

Die Hertha hat noch sechs Spiele vor sich. Sechs mal die Möglichkeit wichtige Punkte im Bundesliga Abstiegskampf zu ergattern. Doch auch das Restprogramm spricht gegen den Fußballclub aus Berlin. Am 29. Spieltag fährt man zu Borussia Mönchengladbach, die nicht nur tollen Fußball spielen sondern auch noch auf die direkte Qualifikation zur Champions League hoffen. 0 Punkte. Zu Hause gegen den SC Freiburg könnte mit viel Glück 1 Punkt herausspringen, aber die Breisgauer haben einen Lauf und kämpfen ebenfalls gegen den Abstieg. Danach muss man zu Bayer Leverkusen, die unbedingt in die Europa League wollen und nach der Trainerentlassung von Robin Dutt sicherlich wieder anders auftreten. Auch hier – keine Punkte. Das wichtigste Spiel könnte zu Hause gegen Kaiserslautern sein. Wenn Hertha das Spiel verliert, steigen sie ab. Bei einem durchaus möglichen Dreier bleibt ein Funke Hoffnung. Spätestens am 33 Spieltag, beim Gastspiel auf Schalke 04, muss Hertha aber einsehen, dass die Reiseziele nächste Saison Aue und Paderborn heißen statt München und Dortmund.

3. Die Statistik

Auch die Statistik spricht gegen Otto Rehhagel und sein Team. In den letzten beiden Spielzeiten benötigte man immer mindestens 9 Siege und 31 Punkte um nicht direkt abzusteigen. Hertha hat aktuell 6 Siege und 26 Punkte. Bei dem Restprogramm und der Chancenverwertung eine schwierige Aufgabe. Gelingt den Berlinern es nicht gegen Freiburg, Kaiserslautern und Hoffenheim Punkte mindestens 5 Punkte zu holen, müssen die Fans erneut auf den sofortigen Wiederaufstieg in der nächsten Saison hoffen.

4. Der Manager

Michael Preetz (Quelle: Wikipedia)

Michael Preetz (Quelle: Wikipedia)

Michael Preetz ist in Berlin mittlerweile nicht mehr unumstritten. Als Nachfolger von Dierter Hoeneß leitet er seit 2009 die sportlichen Geschicke der Hertha. Und seine Schaffenszeit ist durchaus diskussionswürdig.

Nachdem Lucien Favre die Berliner in der Saison 2008/2009 sogar auf Platz 4 führte, musste er zur neuen Saison nach 5 Niederlagen gehen. Friedhelm Funkel wurde für ein paar Monate geholt, um schließlich abzusteigen. Markus Babbel gelang der direkte Wiederauf 2010/2011 und landete zum 17. spieltag auf Tabellenplatz 11. Alles andere als eine schlechte Leistung. Das kurzfristige Intermezzo von Michael Skibbe (5 Niederlagen in Folge) war ebenso überraschend wie die Verpflichtung von Otto Rehhagel. Es macht den Eindruck, dass Michael Preetz entweder kein glückliches Händchen bei der Trainerwahl hat oder es kein wirkliches Konzept gibt, wie Hertha BSC Fußball spielen soll. Ohne Struktur, mit Entlassungen von guten Trainern (Favre, Babbel) und kurzfristigen Feuerwehrmännern (Funkel, Skibbe, Rehhagel) steigt die Hertha ab.

5. Der Trainer

Otto Rehhagel war ein großes Trainer. In den Jahren bei Werder Bremen, Kaiserslauten und als Nationaltrainer von Griechenland feierte der älteste Trainer der Bundesliga große Erfolge. Immer unter der Bedingung, dass er Zeit bekommt sein Team so aufzustellen wie er sich vorstellt. Jetzt ist die Situation eine andere. Das Team von Berlin ist jünger und unerfahrener als seine bisherigen Mannschaften. Er muss kurzfristig den Hebel umlegen und genau das kennt Otto Rehhagel nicht. Ohne Erfahrung im Abstiegskampf wird es verdammt schwer den drohenden Direktabstieg zu verhindern.

So leid es uns tut. Aber es deutet vieles daraufhin, dass die alte Dame das Oberhaus für eine weitere Saison verlassen muss. Vielleicht findet die Hertha aber auch den Schlüssel, um 5 Gründe für den Klassenerhalt zu finden.

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