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Fußball bedeutet mehr als nur 22 Spieler die einem Ball nachlaufen

Bier oder Prosecco?

Posted on | Juli 3, 2011 | Kommentare deaktiviert

Jubelnde Damen - ein Bild ohne Seltenheitswert (Quelle: fifa.com)

Jubelnde Damen - ein Bild ohne Seltenheitswert (Quelle: fifa.com)

Seit nunmehr einer Woche läuft sie: Die Fußball-WM  bei uns in Deutschland! Doch nicht Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger oder Mario Gomez sind die Protagonisten der Weltmeisterschaft – vielmehr muss man sich im Jahr 2011 die Namen Nadine Angerer, Kim Kulig oder Alexandra Popp merken. Doch hat die heimische Fußball-WM der Frauen wirklich das Zeug, zur Etablierung des an Eckkneipen-Stammtischen oft belächelten Sports der Damen beizutragen?

Angesichts 16 bis 18 Millionen Zuschauer vor dem Fernseher und ersten Autokorsos könnte man Das meinen. Auf der anderen Seite: Für viele, vor allem männliche Fans, ist die Frauen-WM ein Lückenbüßer in der bundesligafreien Zeit – aber ein durchaus willkommener!

Wenn man sich anschaut, wer bei den Spielen der “Nationalelfen” einschaltet, stellt man überrascht fest: Ein Großteil der Zuschauer sind Männer – Frauen dagegen schalten eher weniger ein, wenn Birgit Prinz gegen den Ball tritt. Aber von weiblichem Desinteresse kann dagegen auch nicht gesprochen werden: Gerade in den Stadien ist es deutlich femininer geworden. Das bedeutet zwar nicht, dass Mann oder Frau sich an der Würstchen-Bude während der WM nun zwischen Prosecco oder Bier entscheiden müssen, führt aber zu einer deutlich entspannteren Atmosphäre auf den Rängen: Angefeuert wird nur das eigene Team – Pfiffe und Schmähgesänge dagegen hört man hier seltener. Natürlich: Spieltempo und -dynamik haben bei den Damen einfach ein anderes Niveau. ABER: In welcher Sportart ist es nicht der Fall, dass die Zeiten, Ergebnisse oder Leistungen der Männer besser sind als die der Frauen? Warum dieser ständige Vergleich zwischen Männer- und Frauenfußball? Ist es männliches Macho-Gehabe? Ist der männliche Fußballer neidisch auf die Damen, weil sie in steter Regelmäßigkeit Welt- und Europameistertitel holen während Özil und Co dauernd an den Spaniern scheitern?

Wir glauben: Man sollte nicht allzuviel in die Vergleiche zwischen Frauen- und Männerfußball hinein interpretieren. Bundesligatechnisch herrscht eben Sommerpause – und auch Sportjournalisten möchten in der spielfreien Zeit eben ihre Brötchen verdienen. Da kommt eine Frauen-Fußball-WM im eigenen Land gerade genau recht. Der mediale Hype, der sich auch auf viele Fans der DFB-Damen ausbreitete wird aber spätestens mit dem Bundesliga-Start der Männer wieder verloren gehen. Bis dahin aber, so nehmen wir an, hat die heimische WM zu einem kräftigen Schub für den Frauen-Fußball gesorgt: Sicherlich wird die WM einen Beitrag dazu leisten, dass sich mehr junge Mädchen PRO Fußball und CONTRA Pony entscheiden. Frauen-Fußball ist einfach populärer geworden. Unabhängig von den Männern.

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