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Bayer und Dutt – Da stimmte die Chemie nicht

Posted on | April 2, 2012 | Kommentare deaktiviert

ein Feature von Mathias Günther und Daniel Uebber

Am Sonntagvormittag trennte sich Bundesligist Bayer 04 Leverkusen nach der fünften Niederlage in Folge von seinem Cheftrainer Robin Dutt. Die Amtszeit des „Wunschtrainers“ Dutt hatte nur 9 Monate Bestand. In dieser Zeit fand der gebürtige Kölner keinen Draht zur Mannschaft und lief bei den Fans aufgrund von diversen Aktionen ins Abseits.
Von Platz 2 ins Tabellen-Niemandsland?

Robin Dutt (Quelle: ran.de)

Robin Dutt und Bayer 04 - die Chemie stimmte nicht (Quelle: www.ran.de)

Letzte Saison hatte Bayer am 34. Spieltag das Ticket für die direkte Championslegaue-Qualifikation gebucht. Ein Ziel, dass Bayer seit sieben Jahre nicht mehr erreichen konnte. Jupp Heynckes schaffte es drei Faktoren zu verbinden: Spaßfußball und Erfolg, erreicht durch ein defensives Grundgerüst. Mit Arturo Vidal und Sami Hyypiä fielen jedoch  zwei wichtige Eckpfeiler der vergangen Spielzeit weg. Zwar wurde Vidals Transfer durch die Entwicklung Lars Benders kompensiert, aber ein erfahrener Abwehrrecke fehlte nun. Der einstige DFB-Juniorenspieler und heutige türkische Nationalspieler Ömer Toprak mag zwar Talent besitzen, doch um sich in der Königsklasse sowie der Spitzengruppe der Bundesliga erfolgreich etablieren zu können, braucht man heutzutage andere Kaliber – dies zeigte sich schon bei der peinlichen Pokalniederlage gegen Dynamo Dresden nach einer 3:0-Führung, spätestens aber nach dem 1:7 beim FC Barcelona. Gerüchten zu Folge soll Dante, der jetzt wohl zu den Bayern wechseln wird, im Sommer bereit gewesen sein, zu den Leverkusenern zu wechseln. Doch die sportliche Leitung um Rudi Völler und Geschäftsführer Holzhäuser lehnten eine Verpflichtung mit der Begründung “Dante passt nicht ins Spielsystem” ab, wie gemunkelt wird. Die Folge: Die Chance, mit Dante einen Stabilisator für die Abwehr zu verpflichten und gleichzeitig einen direkten Konkurrenten um die Championsleagueplätze zu ärgern, blieb ungenutzt.

Kommunikationsprobleme mit der Vereinsführung und den Fans
Robin Dutt ist in Leverkusen an zwei Problemen gescheitert. Zum einen wurde Dutt nicht wirklich warm mit den Fans der Werkself: 4.000 Dauerkarten-Besitzer der Werkself haben bereits ihr Abonnement gekündigt – auch, weil sie sich nicht mit Robin Dutt als Trainer ihres Vereins identifzieren konnten.  Hämische Sprechchöre gegen den Coach waren in der Rückrunde fast in jedem Heimspiel zu hören. Zum anderen hatte es sich Robin Dutt auch mit Teilen seiner Mannschaft, allen voran Michael Ballack, man erinnere sich an den legendären Satz “Es muss für jeden Spieler eine Ehre sein, bei Bayer 04 auf der Bank zu sitzen”, sowie der Bayerführungsetage um Rudi Voller und Wolfgang Holzhäuser verscherzt. Hatte Holzhäuser Dutt vor der Saison noch für 800.000 Euro vom SC Freiburg losgeeist, glaubte dieser nun nicht mehr daran, dass Dutt die sportliche Wende bei Bayer 04 Leverkusen einleiten konnte. Unverständnis sammelte der Trainer auch durch seine taktische Marschroute, mit nur einem Stürmer anzutreten: Da hat man mit Eren Derdiyok, Stefan Kießling und dem 9-Millionen-Einkauf André Schürrle drei brandgefährliche Stürmer in den Reihen, doch fand sich einer davon immer auf der Bank wieder.  André Schürrle spielte sogar auf der für ihn ungewohnten Position im rechten Mittelfed, wo der pfeilschnelle Spieler in den Augen der Fans verschenkt ist. Dazu läuft Renato Augusto seiner Form hinterher, Tranquillo Barnetta war lange Zeit verletzt.

Einwurf von Daniel Uebber

Gescheitert an den Erwartungen der Fans?

Robin Dutt wollte in Leverkusen nicht mehr “Zweiter” werden – er wollte etwas verändern, um die Meisterschaf mitspielen. Ist er letztendlich an diesem Anspruch gescheitert? Fakt ist: Bayer Leverkusen ist noch mitten drin im Rennen um die Europaleague-Plätze. Dortmund und Bayern sind momentan auf einem Level, an das kein Bundesligateam herankommt. Auch nicht Bayer Leverkusen in Topform – auch wenn man die Bayern in deren Schwächephase diese Saison schlagen konnte. Bayer Leverkusen befindet sich auf einem Tabellenplatz, der letztendlich dem Potenzial der Mannschaft gerecht wird.

Short shout from S11:

Die Chemie stimmte nicht: Dutt’s Aus bei Bayer ist die Folge von Missverständnissen zwischen Coach, Fans und Vereinsführung. by MathesG und Daniel_Uebber

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