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Fußball bedeutet mehr als nur 22 Spieler die einem Ball nachlaufen

Die beste “Stadion-Elf” des ersten Spieltags:

Posted on | August 9, 2011 | Kommentare deaktiviert

Ter Stegen – Pospech, Dante, Molinaro, Piszczek – Caligiuri, Kagawa, Götze, Großkreutz – Mölders, Rosenberg.
Was meint ihr dazu?

Poll: Finale der Frauen-WM

Posted on | Juli 14, 2011 | 2 Comments

Am Sonntag steigt in Frankfurt das Finale der Frauen-WM. Nach dem Aus der deutschen Mannschaft im Viertelfinale gegen Japan haben die Asiatinnen nach einem weiteren verdienten Sieg gegen Schweden das Finale erreicht. Dort treffen sie auf die US-Girls, die bei dem Spiel gegen Brasilien viele Sympathien bei den deutschen Fans gewonnen haben. Im Halbfinale setzten sich die Spielerinnen rund um Abby Wambach dann eindrucksvoll gegen unsere französischen Nachbarinnen durch. Sind die USA wirklich in der Favoritenrolle? Man könnte es meinen, denn als vor der WM über Titelanwärter geredet wurde, fielen die Namen Deutschland, Brasilien, USA oder England. Die Japanerinnen wurden eher als Geheimtipp gehandelt. Wie also ist Eure Meinung? Wer wird das Finale der Frauen-WM gewinnen?

Wer wird das Endspiel der Frauen-Fußball-WM gewinnen?

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Bier oder Prosecco?

Posted on | Juli 3, 2011 | Kommentare deaktiviert

Jubelnde Damen - ein Bild ohne Seltenheitswert (Quelle: fifa.com)

Jubelnde Damen - ein Bild ohne Seltenheitswert (Quelle: fifa.com)

Seit nunmehr einer Woche läuft sie: Die Fußball-WM  bei uns in Deutschland! Doch nicht Philipp Lahm, Bastian Schweinsteiger oder Mario Gomez sind die Protagonisten der Weltmeisterschaft – vielmehr muss man sich im Jahr 2011 die Namen Nadine Angerer, Kim Kulig oder Alexandra Popp merken. Doch hat die heimische Fußball-WM der Frauen wirklich das Zeug, zur Etablierung des an Eckkneipen-Stammtischen oft belächelten Sports der Damen beizutragen?

Angesichts 16 bis 18 Millionen Zuschauer vor dem Fernseher und ersten Autokorsos könnte man Das meinen. Auf der anderen Seite: Für viele, vor allem männliche Fans, ist die Frauen-WM ein Lückenbüßer in der bundesligafreien Zeit – aber ein durchaus willkommener!

Wenn man sich anschaut, wer bei den Spielen der “Nationalelfen” einschaltet, stellt man überrascht fest: Ein Großteil der Zuschauer sind Männer – Frauen dagegen schalten eher weniger ein, wenn Birgit Prinz gegen den Ball tritt. Aber von weiblichem Desinteresse kann dagegen auch nicht gesprochen werden: Gerade in den Stadien ist es deutlich femininer geworden. Das bedeutet zwar nicht, dass Mann oder Frau sich an der Würstchen-Bude während der WM nun zwischen Prosecco oder Bier entscheiden müssen, führt aber zu einer deutlich entspannteren Atmosphäre auf den Rängen: Angefeuert wird nur das eigene Team – Pfiffe und Schmähgesänge dagegen hört man hier seltener. Natürlich: Spieltempo und -dynamik haben bei den Damen einfach ein anderes Niveau. ABER: In welcher Sportart ist es nicht der Fall, dass die Zeiten, Ergebnisse oder Leistungen der Männer besser sind als die der Frauen? Warum dieser ständige Vergleich zwischen Männer- und Frauenfußball? Ist es männliches Macho-Gehabe? Ist der männliche Fußballer neidisch auf die Damen, weil sie in steter Regelmäßigkeit Welt- und Europameistertitel holen während Özil und Co dauernd an den Spaniern scheitern?

Wir glauben: Man sollte nicht allzuviel in die Vergleiche zwischen Frauen- und Männerfußball hinein interpretieren. Bundesligatechnisch herrscht eben Sommerpause – und auch Sportjournalisten möchten in der spielfreien Zeit eben ihre Brötchen verdienen. Da kommt eine Frauen-Fußball-WM im eigenen Land gerade genau recht. Der mediale Hype, der sich auch auf viele Fans der DFB-Damen ausbreitete wird aber spätestens mit dem Bundesliga-Start der Männer wieder verloren gehen. Bis dahin aber, so nehmen wir an, hat die heimische WM zu einem kräftigen Schub für den Frauen-Fußball gesorgt: Sicherlich wird die WM einen Beitrag dazu leisten, dass sich mehr junge Mädchen PRO Fußball und CONTRA Pony entscheiden. Frauen-Fußball ist einfach populärer geworden. Unabhängig von den Männern.

Der alte FC Bayern München ist wieder da

Posted on | Juni 15, 2011 | 1 Comment

Und das unter zweierlei Gesichtspunkten. Früher war der FC Bayern München immer die Nummer 1 Adresse im deutschen Profifussball. Kaum ein Fussballer hätte in den letzten 15 Jahren ein Angebot des erfolgreichsten Klubs der Bundesligageschichte abgelehnt. Erfolg und Geld waren irgendwie selbstverständlich.

Aber der Umbruch kam anscheinend zu schnell. Mit Trainern wie Jürgen Klinsmann oder dem General Louie van Gaal  wollte man die Jugend viel stärker in Fokus rücken und ein neues Verständnis von Fussball prägen. In der Phase voller Euphorie und Zuversicht ging das auch gut, Bayern München spielte stellenweise erfrischenden Fussball und brachte Talente wie Thomas Müller, David Alaba oder Holger Badstuber in deren Nationalmannschaften. Doch nach dem verlorenen Champions League Finale gegen Inter Mailand war alles weg. Die Leichtigkeit, die Freude, die Euphorie.

Die neue alte Bayern Ära

Gomez und Neuer (Quelle: www.fcbayern.de)

Gomez und Neuer (Quelle: www.fcbayern.de)

Nach einer Saison, die hätte wesentlich schlimmer hätte ausgehen können, kehrt zu den Tugenden des alten FC Bayern München zurück. Erfahrene, erfolgreiche Spieler werden verpflichtet. Ein Team bestehend aus Stars und vereinzelten Nachwuchsspielern wird für die Zukunft aufgebaut. Spieler, die internationale Erfahrung haben und darauf brennen für den FC Bayern zu spielen. Als neutraler Beobachter wird deutlich: Es gibt wieder ein Konzept. Die Abwehr war der Schwachpunkt, also wird genau dort umgebaut. Erinnern wir uns an die Saison mit Oliver Kahn und einer Abwehr mit Willy Sagnol, Lucio und Lahm.

Ich werfe 5 Euro ins Doppelpass Phrasenschwein, aber die Abwehr gewinnt Meisterschaften. Mit Manuel Neuer ist der derzeit beste Torwart der Welt in München gelandet und Rafinha wird die Abwehr zudem verstärken. Sollten sich die Spekulationen um einen Boateng, Vidal, Alex oder Takashi erhärten kann der FC Bayern München wieder gewinnen. Nicht nur Spiele, sondern vorallem Titel.

Fussball Historie – Reportage über Alemannia Aachen (1980)

Posted on | Mai 19, 2011 | Kommentare deaktiviert

Ich bin in den letzten Tagen auf ein Video aufmerksam geworden, dass uns einen Einblick in die Fussball Historie der Bundesliga gewährt. Eine Reportage über den Fussballverein Alemannia Aachen aus dem Jahr 1980 zeigt Einblicke in die Fankultur, die Spieler und das Fussballgeschäft.

Kennt ihr ähnliche Reportagen aus der deutschen Fussball Historie?

Das rheinische Derby – mehr als nur ein Fußballspiel

Posted on | April 28, 2011 | 3 Comments

Das rheinsiche Derby – mehr als nur ein Fußballspiel

In Langenfeld leben viele Bayer- und FC-Fans auf engstem Raum zusammen. So auch die Stadion11-Redakteure Mathias Günther (links) und Daniel Uebber (rechts).

In Langenfeld leben viele Bayer- und FC-Fans auf engstem Raum. So auch die Stadion11-Redakteure Mathias Günther (links) und Daniel Uebber (rechts).

Am Samstag steigt im Rheinenergie-Stadion in Müngersdorf das 69. rheinische Derby zwischen dem 1. FC Köln und Bayer Leverkusen. Mehr als der Vater Rhein teilt das Aufeinandertreffen die Fußballfans der Region in zwei Seiten: Auch die Stadion11-Redaktion bleibt davon nicht verschont. Die Redakteure Mathias Günther (Bayer 04-Fan) und Daniel Uebber (Fan des 1.FC Köln) beschreiben heute ihre ganz persönlichen Derby-Perspektiven.

Den Anfang macht Mathias Günther (22, aus Langenfeld):

Alle halbe Jahre wieder kommt das Derby. Für mich sind die Begegnungen gegen den rheinischen Rivalen aus der Domstadt die wichtigsten und spannendsten Spiele der Saison. Die Emotionen und Reaktionen vor und nach dem Spiel geben dem Derby die nötige Würze. Beruflich bin ich im Bayer-Werk aktiv, das auch aufgrund der geografischen Lage besonders ist. Den Kölner und Leverkusener Werksteil trennen nur die Bayer-Konzernzentrale und der darum liegende Carl-Duisberg Park. Ich behaupte, dass die Aufteilung der Bayer- und FC-Fans dort auch bei 50/50 liegt. Durch diese Aufteilung kommt es tagtäglich zu Reibepunkten mit den kölschen Anhängern.

Sportlich gesehen kann uns zwar der FC nicht das Wasser reichen, dennoch versuchen die Kölner ihre aktuelle sportliche Unterlegenheit mit anderen Faktoren zu überspielen. Von größeren Stadien, Fan-Zahlen, Auswärtsbegleitern und längerer Tradition sei die Rede. Bei einem Verein dessen Stadt mehr als sechs Mal so viele Einwohner hat, sollte man auch eine größere Resonanz erwarten können. Zwar gibt es Kölner Stimmen, die sagen, dass es nur ein wahres Derby gibt, nämlich das gegen Borussia Mönchengladbach, aber für mich definiert sich der Begriff “Derby” an der örtlichen Nähe wie einer gemeinsamen Stadtgrenze – und keine Aufeinandertreffen in den 70er Jahren.

Zum Thema Tradition wurde schon so oft debattiert, dass ich nur noch auf die Gründungsjahre von 1904 (Bayer) und 1948 (1.FC Köln) verweise und Zahlen für mich sprechen lassen will. Um der erhöhten Publikation eines anderen Wortes vorzubeugen, das dieses Jahr wieder zutreffen könnte, hat sich Bayer 04 schon frühzeitig abgesichert. Wer wissen möchte, welches Wort es ist, kann doch mal beim Online-Auftritt des Deutschen Patent- und Markenamts die Registernummer 302010011572 eingeben.

Der Verein hat sich in den letzten Jahren zu einem höchstmodernen attraktiven Standort für schönen Fußball entwickelt. Schöner Fußball, genau das ist was der Leverkusener Fußball vom Kölner unterscheidet. Die momentane sportliche Ausgangslage von Leverkusen ist vor dem Derby in Köln ist optimal. Man könnte mit einem Sieg den Champions League Einzug perfekt machen und gleichzeitig die Abstiegsängste der Kölner verstärken. Außerdem spricht die Statistik für Bayer 04, denn seit Mai 1997 hat man nicht mehr gegen den FC verloren. Zwar hat Michael Ballack, die Stimmung durch einen 8000 € teuren Ruf noch angeheizt, aber nichtsdestotrotz werde ich nach unserem Sieg wieder ein halbes Jahr Ruhe vor rheinischen Nachbarn haben.

Daniel Uebber (26, auch aus Langenfeld) sieht das Ganze naturgemäß etwas anders:

Meine persönliche Derby-Geschichte geht bis in die Zeit der Grundschule zurück. Als einziger FC-Fan in einer von Bayer-04-Fans geprägten Klasse voller sechsjähriger fußballverrückter Jungs und Mädels musste ich schon früh erfahren, was es heißt, in der Minderheit zu sein. „Cologne, Cologne – Die Sch… vom Dom“ gehörten schon in den frühen 1990er Jahren zu den musikalischen Standardstücken auf dem Pausenhof – neben „Alle meine Entchen“ und „Veronika, der Lenz ist da“. Auch in diesem Frühling steigt wieder das Derby – und dieses insgesamt 69. Aufeinandertreffen der rheinischen Rivalen ist wohl eines der Wichtigsten – für beide Fan-Lager.

Warum das so ist? Auf der einen Seite kann sich die Elf vom scheidenden Trainer Jupp Heynckes mit einem Sieg noch die rechnerische Chance auf den Meistertitel offen halten. Auf der anderen Seite benötigt der “Eff-Zeh” nach den zuletzt nicht einmal bezirksligareifen Leistungen jeden einzelnen Punkt im Abstiegskampf. Kurz vor dem so wichtigen Spiel hat nun auch noch Trainer Frank Schaefer seinen sofortigen Rücktritt verkündet. Viele Fans beteiligen sich an Verschwörungstheorien und stärken die Gerüchte, Schaefer sei aus seinem Amt gemobbt worden. Ich teile diese Meinung nicht, schließlich hatte Schaefer seit Dezember einen unterschriftsreifen Zwei-Jahresvertrag als Cheftrainer vor sich liegen. Außerdem hat er bei seiner Rücktritts-PK das Thema “Mobbing” noch einmal als wilde Spekulation des Express betitelt und sich für die Zusammenarbeit mit der FC-Führungsetage gedankt. Was sollen die Herren Overath, Glowacz und Horstmann also tun? Schaefer am Geißbock festketten? Wenn er dem Druck nicht gewachsen ist, dann ist es meiner Meinung nach auch besser, wenn er über kurz oder lang den Verein verlässt.

Doch nicht nur dies sowie die aktuelle Tabellenkonstellation macht gerade dieses Derby für mich zu einem solch Besonderen. Die Spiele gegen Leverkusen haben für mich einen extrem hohen Stellenwert, denn meine Außenseiterrolle als FC-Fan in einer von Werkself-Fans dominierten Gegend endete nicht mit dem Wechsel auf eine weiterführende Schule. Denn wie sollte es anders sein: Diese Schule war ausgerechnet in Leverkusen. Gut dass ich dann später in Köln studieren konnte und ein paar Jahre Ruhe vor täglichen Provokationen und Anfeindungen hatte.

Auch meine besten Freunde sind nahezu alle Dauerkartenbesitzer in der BayArena. Selbst bei ihnen habe ich manchmal das Gefühl, der Inhalt des Fan-Seins eines Leverkusen-Anhängers definiert sich nur über seine Abneigung zum 1. FC Köln. Ein Sieg wird in Leverkusen nicht mit Jubelgesängen gefeiert, sondern mit den oben beschriebenen Schmährufen. Auch die jüngsten Entgleisungen eines gewissen Michael B. aus Chemnitz beweisen, dass man es nicht durch gute Leistungen in das Herz eines Bayer-Fans schafft, sondern indem man seine Abneigung gegen den großen Rivalen von der anderen Rheinseite öffentlich kundtut.

Dabei hätte es der Verein der selbstgenannten Pillendreher doch gar nicht nötig: Jahr für Jahr bietet man den Fans tollen Fußball und das internationale Geschäft ist am Ende der Saison meist so sicher wie die schmerzstillende Wirkung von Aspirin. Der einst so ruhmreiche erste Fußball-Club Köln ist zum 1. Fahrstuhl-Club Deutschlands verkommen. Trotzdem ist die Hütte in Müngersdorf immer voll: Weil die Geißbock-Fans masochistisch sind?  Weil sie das Event im Rhein-Energie-Stadion, inklusive Hymne, Kölsch und Choreo so toll finden? Oder weil Erstliga-Spiele bei anhaltender Nicht-Leistung bald Mangelware sind? Man weiß es nicht. Udo Lattek sagte einst: „Die Stimmung im Kölner Stadion ist immer super. Das einzige was stört, ist die Mannschaft“. Recht hat er, auch wenn man dieses Jahr sieben Heimsiege in Serie sammeln konnte. Ein FC-Fan ist mehr als der Anhänger eines Vereins. Als FC-Fan ist man auf eine Art mit Stadt, kölscher Lebensart und anderen Fans verbunden, wie es deutschlandweit wohl kaum ein weiteres Mal existiert. Erst recht nicht in Leverkusen.

Meine persönliche Derby-Geschichte geht bis in die Zeit der Grundschule zurück. Als einziger FC-Fan in einer von Bayer-04-Fans geprägten Klasse voller sechsjähriger fußballverrückter Jungs und Mädels musste ich schon früh erfahren, was es heißt, in der Minderheit zu sein. „Cologne, Cologne – Die Sch… vom Dom“ gehörten schon in den frühen 1990er Jahren zu den musikalischen Standardstücken auf dem Pausenhof – neben „Alle meine Entchen“ und „Veronika, der Lenz ist da“. Auch in diesem Frühling steigt wieder das Derby – und dieses insgesamt 69. Aufeinandertreffen der rheinischen Rivalen ist wohl eines der Wichtigsten – für beide Fan-Lager. Warum das so ist? Auf der einen Seite kann sich die Elf vom scheidenden Trainer Jupp Heynckes mit einem Sieg noch die rechnerische Chance auf den Meistertitel offen halten. Auf der anderen Seite benötigt der „Eff-Zeh“ nach den zuletzt nicht einmal bezirksligareifen Leistungen jeden einzelnen Punkt im Abstiegskampf. Doch nicht nur die aktuelle Tabellenkonstellation macht gerade dieses Derby für mich zu einem solch Besonderen. Die Spiele gegen Leverkusen haben für mich einen extrem hohen Stellenwert, denn meine Außenseiterrolle als FC-Fan in einer von Werkself-Fans dominierten Gegend endete nicht mit dem Wechsel auf eine weiterführende Schule. Denn wie sollte es anders sein: Diese Schule war ausgerechnet in Leverkusen. Gut dass ich dann später in Köln studieren konnte und ein paar Jahre Ruhe vor täglichen Provokationen und Anfeindungen hatte. Auch meine besten Freunde sind nahezu alle Dauerkartenbesitzer in der BayArena. Selbst bei ihnen habe ich manchmal das Gefühl, der Inhalt des Fan-Seins eines Leverkusen-Anhängers definiert sich nur über seine Abneigung zum 1. FC Köln. Ein Sieg wird in Leverkusen nicht mit Jubelgesängen gefeiert, sondern mit den oben beschriebenen Schmährufen. Auch die jüngsten Entgleisungen eines gewissen Michael B. aus Chemnitz beweisen, dass man es nicht durch gute Leistungen in das Herz eines Bayer-Fans schafft, sondern indem man seine Abneigung gegen den großen Rivalen von der anderen Rheinseite öffentlich kundtut. Dabei hätte es der Verein der selbstgenannten Pillendreher doch gar nicht nötig: Jahr für Jahr bietet man den Fans tollen Fußball und das internationale Geschäft ist am Ende der Saison meist so sicher wie die schmerzstillende Wirkung von Aspirin. Der einst so ruhmreiche erste Fußball-Club Köln ist zum 1. Fahrstuhl-Club Deutschlands verkommen. Trotzdem ist die Hütte in Müngersdorf immer voll: Weil die Geißbock-Fans masochistisch sind? Weil sie das Event im Rhein-Energie-Stadion, inklusive Hymne, Kölsch und Choreo so toll finden? Oder weil Erstliga-Spiele bei anhaltender Nicht-Leistung bald Mangelware sind? Man weiß es nicht. Udo Lattek sagte einst: „Die Stimmung im Kölner Stadion ist immer super. Das einzige was stört, ist die Mannschaft“. Recht hat er, auch wenn man dieses Jahr sieben Heimsiege in Serie sammeln konnte. Ein FC-Fan ist mehr als der Anhänger eines Vereins. Als FC-Fan ist man auf eine Art mit Stadt, kölscher Lebensart und anderen Fans verbunden, wie es deutschlandweit wohl kaum ein weiteres Mal existiert. Erst recht in Leverkusen.

Die Deutsche Fussball Fankultur ist bescheiden

Posted on | April 23, 2011 | 3 Comments

Sehen wir die Deutsche Fussball Fankultur doch einmal realistisch. Es gibt einige Vereine in Deutschland, mit denen sich die Fans nicht 110 Prozent identifizieren können. Da ich heute in der BayArena beim Spiel von Leverkusen gegen Hoffenheim zu Gast war, möchte ich konkret etwas über diese beiden Fanlager sagen.

Bereits vor dem Anpfiff wurden zwei Sachen deutlich. Erstens: Die Anhänger von TSG Hoffenheim konnte man an zwei Händen abzählen. Zweitens: Das Spiel von Bayer Leverkusen ist ein großer, ruhiger Familienausflug.

Die wenigen Hoffenheim Fans haben trotzdem Stimmung gemacht, obwohl wir leider nur Kinder (realistisch geschätzt im Alter von 12 bis 14 Jahren) mit zwei Begleitern ausmachen konnten. Die Fangesänge waren zwar beliebig austauschbar, sodass man die in jedem zweiten Stadion der Republik hört, aber immerhin hat die TSG so auch ein wenig melodische Unterstützung. Sinnbild für die Fankultur eines “Retortenclubs”: Während des Spiels war der Gästeblock von Hoffenheim nur zu 25 Prozent gefüllt. Mit Geld kann man also einen Club aufbauen, aber anscheinend keine Fans, die mit Herz zum Verein stehen.

BayArena Leverkusen

BayArena Leverkusen

Apropo “zum Verein stehen”. Kommen wir zu Bayer 04 Leverkusen. Kaum eine Mannschaft in der Bundesliga hat in den letzten Jahren so konstant die Plätze 2-6 belegt. Und trotzdem sind meistens nur die Topspiele gegen Bayern München oder Borussia Dortmund ausverkauft. Heute war ein wichtiges Spiel für die Werkself, bei einer Niederlage würde es im Kampf um Platz 2 nochmal spannend werden. Eine hervorragende Saison könnte am Ende mit einem enttäuschenden Platz 4 enden. Und trotzdem waren “nur” 29.000 Zuschauer anwesend, also 1.000 freie Plätze. (Borussia Dortmund hat übrigens mehr als 50.000 Dauerkartenbesitzer).

Als dann das überraschende 0:1 für Hoffenheim fiel, war ich schockiert von der Reaktion der Bayer Fans. Anstatt die Mannschaft jetzt erst richtig anzufeuern, schallte durch die BayArena ein gellendes Pfeifkonzert. Gerade die so oft gescholltenen Spieler des “ewigen Zweiten” hätten Motivation gebraucht. Entsprechend zurückhaltend und verunsichert agierte die Werkself in der ersten Halbzeit auch. Im Endeffekt ist es gut gegangen, meiner Meinung wird das Publikum aber erst zum Mythos zwölfter Mann, wenn es eine Einheit zwischen Mannschaft und Fans gibt. Und daran kann fast jeder Verein in Deutschland noch arbeiten.

Auf dem Heimweg sprach mich ein Leverkusen Fan auf diese Situation an: “Die brauchen das. Wir müssen die aufwecken. In Dortmund reißen sich die Spieler auch immer den Arsch auf, die brauchen keine Pfiffe. Unsere Spieler schon.” So kann man es also auch sehen.

Sind Millionen Gehälter gerechtfertigt?

Posted on | März 29, 2011 | Kommentare deaktiviert

Immer wieder diskutiere ich diese Frage mit anderen Menschen. Egal ob Fussballfanatiker, gelegentlicher Hobbyfan oder “Ich-gucke-nur-WM-Spiele”-Zuschauer. Sind die Millionen Gehälter für Fussballspieler gerechtfertigt? Meine Antwort darauf lautet: Ja, irgendwie schon. Read more

Leverkusener Stadtpark statt Sherwood Forest

Posted on | März 21, 2011 | Kommentare deaktiviert

Robin Dutt wechselt nach der kommenden Saison vom SC Freiburg zu Bayer 04 Leverkusen und wird somit Nachfolger von Jupp Heynckes. Der 46-jährige gebürtige Kölner unterschreibt einen Zweijahresvertrag mit einer zusätzlichen einjährigen Option auf Weiterbeschäftigung. Read more

Die wichtigsten Bundesliga-Transfers der Winterpause

Posted on | Februar 20, 2011 | Kommentare deaktiviert

Die Rückrunde läuft wieder. Dortmund ist immer noch an der Tabellenspitze und Teams wie VfL Wolfsburg kämpfen mit den gleichen Problemen wie vor dem Weihnachtsurlaub. Aber warum eigentlich? Waren die Transfers der Winterpause nicht überlegt genug, braucht es einfach noch Zeit um die Transfers zu bewerten? Wir haben nicht nur eine  Übersicht über die wichtigsten Transfers erstellt, sondern auch versucht (trotzdem) eine Wertung abzugeben.

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